Stockholm 04/2026 (I)

  • 26.04.2026
  • Djurgårdens IF – Hammarby IF 1:1
  • Allsvenskan (I)
  • Stockholmsarenan (Att: 26.775)

In der ursprünglichen Urlaubsplanung für 2026 sollte es eigentlich Ende April mit El Glatto nach Marseille gehen. Aber bekanntermaßen konnten wir bereits Ende Februar ’ne günstige Gelegenheit am Schopfe packen, um die französische Mittelmeermetropole zu bereisen. Im April hatten wir nun wieder freie Auswahl und einigten uns für die – aus sehr erfreulichen Gründen – letzte gemeinsame Tour des Jahres 2026 auf Stockholm. Wir buchten nun eine günstige Bahnreise gebucht, die uns pro Person auf dem Papier knapp 140 € kosten sollte. Weil wir beide jedoch noch diverse DB-Gutscheine hatten, wurden uns für die Hin- und Rückfahrt letztlich nur niedrige zweistellige Eurobeträge abgebucht.

Im internationalen Verkehr zwischen Deutschland und Dänemark ist immer noch uraltes Rollmaterial auf der Schiene

Los ging‘s am 25. April um 6:27 Uhr am Hauptbahnhof der niedersächsischen Landeshauptstadt. Nach Umstiegen in Hamburg und København (Kopenhagen) erreichten wir um 14:55 Uhr Malmö. Hier hatten wir uns bewusst einen über zweistündigen Aufenthalt ins Routing eingebaut, um zwischendurch mal die Beine zu vertreten. Ergo zeigte ich El Glatto ein paar Sehenswürdigkeiten von Schwedens drittgrößter Stadt (ca. 334.000 Einwohner), in der ich bereits zweimal zu Gast war. Ausführungen zu Stadtbild und Stadtgeschichte werde ich daher an dieser Stelle aussparen und verweise stattdessen an die entsprechenden Tourberichte (siehe Malmö 09/2022 und Malmö 01/2026).

Streifzug durch die Altstadt von Malmö

In unseren etwa fünf Kilometer langen Stadtrundgang baute ich außerdem noch die einzige warme Mahlzeit des Tages ein. Am Rande der Innenstadt suchten wir im 1905 angelegten Rörsjöparken den wahrscheinlich ein paar Jahrzehnte jüngeren bosnischen Grillimbiss Pappas Ćevapi auf. Wir bestellten dort beide die mittlere Portion Ćevapčići. Für jeweils acht Fleischröllchen – mit Zwiebeln und Kajmak im Fladenbrot serviert – wurden faire 120 SEK (ca. 11 €) aufgerufen. War sehr lecker und sorgte beiderseits für lang anhaltendes Sättigungsgefühl.

Der Höhepunkt der Hinreise

17:05 Uhr verließen wir Malmö wieder und die letzten 6,5 Stunden auf der Schiene vertrieben wir uns u. a. mit diversen Pints Skånsk Lager, die uns für je 89 SEK (ca. 8 €) im Bordrestaurant des schwedischen InterCity gezapft wurden. In Stockholm ging’s dann schnurstracks ins direkt am Bahnhof gelegene Thon Hotel Kungsbron. Hier hatten wir uns die kommenden drei Nächte für insgesamt 270 € pro Einzelzimmer (inklusive Frühstück) eingebucht und läuteten noch vor Mitternacht die Nachtruhe ein.

Die ersten Biere des Urlaubs

Am ersten Morgen in der größten Stadt Skandinaviens (ca. 996.000 Einwohner) trafen wir uns um 8 Uhr am Frühstücksbuffet des Hotels wieder. Die Auswahl dort ließ nahezu keine Wünsche offen und qualitativ war es ebenfalls gut bis sehr gut. Uns fielen auf Anhieb jedenfalls kaum andere Mittelklassehotels ein, in denen wir bisher ähnlich gut gefrühstückt hatten.

Englisches Frühstück in der schwedischen Hauptstadt

Gut gestärkt machten wir uns gegen 9 Uhr schließlich an die Aufgaben des Tages und starteten die touristische Erkundung Stockholms sinnvollerweise in der Gamla Stan. Jene Altstadtinsel der sich insgesamt auf 14 Inseln erstreckenden schwedischen Hauptstadt ist der Ort, den Birger Jarl um das Jahr 1250 herum für den Bau einer Festung auserkoren hatte. Der Jarl (skandinavischer Fürstentitel) wollte damit die Zufahrt von der Ostsee zum Mälaren (Mellersee) kontrollieren und die strategisch günstige Lage zwischen Schwedens drittgrößtem See und dem offenen Meer war zugleich ideal für die Entstehung eines Handelsposten.

Statue von Birger Jarl

Vor allem Verträge mit der Hanse sorgten für eine rasche Entwicklung der Stadt, deren Wirtschaftsleben vom 13. bis 17. Jahrhundert zuvorderst von deutschen Kaufleuten geprägt wurde. Daran erinnerte uns auf unserem Rundgang u. a. die Tyska kyrkan (deutsche Kirche), die ihre Wurzeln im späten 16. Jahrhundert hat und deren 96 m hoher Kirchturm alle anderen Bauwerke der Gamla Stan überragt. Noch heute werden hier sonntags die evangelisch-lutherischen Gottesdienste in deutscher Sprache abgehalten.

Ein in der Gamla Stand verbauter mittelalterlicher Runenstein

Bei unserem Streifzug durch die schmalen und dicht bebauten Gassen der Gamla Stan landeten wir natürlich auch irgendwann auf dem Stortorget (Großer Platz). Seine bunten Giebelhäuser sind heute eines der beliebtesten Fotomotive Stockholms und ebenfalls steinerne Zeitzeugen der Hansezeit. Doch der Platz war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit nicht nur der Hauptmarkt der Stadt, sondern auch Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse.

Der Turm der Tyska kyrkan

Besonders als Ort des Stockholms blodbad (1520) ging der Stortorget in die schwedischen Geschichtsbücher ein. Daher ein ganz kurzer historischer Exkurs: Die Königreiche Dänemark, Norwegen und Schweden schlossen sich 1397 unter dänischer Federführung zur Kalmarer Union zusammen. Die Union war jedoch fragil und insbesondere der schwedische Adel liebäugelte bereits im 15. Jahrhundert mehrfach mit einer neuerlichen Unabhängigkeit.

Giebelhäuser am Stortorget

Die Tendenzen verschärften sich im 16. Jahrhundert weiter und der seit 1513 regierende dänische König Christian II. versuchte seine Ansprüche gewaltsam durchzusetzen. Er schlug die Schweden auf dem Schlachtfeld und nachdem er 1520 als König in Stockholm eingezogen war, ließ er 52 schwedische Adlige, sowie 30 weitere oppositionelle Würdenträger auf dem Stortorget hinrichten. Obwohl er seinen Gegnern eigentlich eine Amnestie versprochen hatte…

Mårten Trotzigs gränd (Stockholms schmalste Gasse)

Nur statt damit wie erhofft den lokalen Widerstand zu brechen, trat das Gegenteil ein. Jetzt erhob sich ganz Schweden gegen Dänemark und angeführt von Gustav Vasa erkämpfte sich das Land in den Jahren 1521 bis 1523 im Befrielsekriget (Befreiungskrieg) die Unabhängigkeit. Gustav wurde zum König gekrönt und die von ihm begründete Dynastie sollte noch bis 1654 über Schweden herrschen. In dieser Epoche stieg das Land zur europäischen Großmacht auf und beherrschte fast den gesamten Ostseeraum.

Blick vom Stortorget zur Storkyrkan

In der Gamla Stan manifestierten sich die imperialen Ansprüche der schwedischen Krone im Neubau des Kungliga slottet (Königsschloss). In den Jahren 1697 bis 1760 entstand auf den Fundamenten der mittelalterlichen Festung Tre Kronor eine vierflügelige Schlossanlage. Die vom Hofarchitekten Nicodemus Tessin d. J. im Stile des Barock entworfene Residenz setzte mit ihrer Größe einen bewussten Kontrast zu den engen Gassen der Gamla Stan. Ihr gegenüber wirkt selbst die benachbarte Storkyrkan eher liten als stor. Und die ist immerhin die einstige Krönungskirche der schwedischen Könige und heutige Kathedrale des Bistums Stockholm.

Das Stockholmer Schloss

Bereits im 18. Jahrhundert verlor Schweden seine Vormachtstellung im Ostseeraum allerdings an Russland und stieg wieder zu einer regionalen Macht ab. Dafür machte das Land in jenem Jahrhundert auf anderen Gebieten große Fortschritte. In der so genannten Frihetstiden (Freiheitszeit) verlor die Krone ihren absoluten Herrschaftsanspruch und die politische Macht ging an den Riksdagen (Reichstag). Diese Ständeversammlung war zwar noch kein modernes, demokratisches Parlament, war jedoch stark von den Prinzipien der Aufklärung beeinflusst.

Die Österlånggatan gehört zu den geschäftigeren Straßen in der Gamla Stan

So wurden im Sinne der Aufklärung die Bürgerrechte gestärkt und die Pressefreiheit eingeführt. Zugleich verstand man Bildung, Wissenschaft, Kunst und Sprache als zentrale Pfeiler einer modernen und aufgeklärten Gesellschaft. Demgemäß entstanden in der Frihetstiden in Stockholm zahlreiche Institutionen, die bis heute das geistige und kulturelle Leben des Landes prägen.

Die Svenska Akademien am Stortorget

Eine der bedeutendsten Gründungen war 1739 die Kungliga Vetenskapsakademien (Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften). Sie verschrieb sich der theoretischen, aber vor allem auch praktischen Forschung in den Naturwissenschaften und ist heute insbesondere durch die jährliche Vergabe der Nobelpreise in Physik und Chemie weltbekannt. Die 1786 zur Förderung der schwedischen Sprache gegründete Svenska Akademien hatte indes großen Einfluss auf die Literatur des Landes. Sie vergibt heute den Literaturnobelpreis. Und wo wir gerade bei Nobelpreisen sind; der in Medizin wird von der medizinischen Universität im benachbarten Solna vergeben. Die wurde wiederum 1810 als Karolinska Institutet von König Karl XIII. gestiftet.

Ausblick von den Anhöhen in Södermalm auf die Gamla Stan

Die weitere Stadtentwicklung im 18. und 19. Jahrhundert vollzogen wir in den Mittagsstunden in Södermalm nach. Jene südlich der Gamla Stan gelegene Insel war lange der landwirtschaftliche Vorhof der schwedischen Hauptstadt. Doch im späten 17. Jahrhundert sorgte das rapide Bevölkerungswachstum Stockholms auch für eine Urbanisierung von Södermalm. Rund um die barocken Pfarrkirchen Katarina kyrka und Maria Magdalena kyrka ist die Bausubstanz aus dieser Phase noch gut erhalten. Dort wirkte Södermalm mit seinen kleinen Häusern und Kopfsteinpflastergassen für uns zunächst wie eine Fortsetzung der Gamla Stan.

Katarina kyrka (17. Jahrhundert)

Das Stadtbild ändert sich in südlicher Richtung jedoch rasch. Denn bereits während der Frihetstiden im 18. Jahrhundert hatte das Land seine Wirtschaft auf internationalen Handel ausgerichtet und während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert waren auf dem Weltmarkt einerseits die reichen Rohstoffvorkommen und andererseits die qualitativ hochwertigen schwedischen Produkte gefragt. In der Hauptstadt wandelte sich Södermalm seinerzeit zu einem industriellen Quartier, in dem zahlreiche Fabriken und Werften angesiedelt wurden. Für die Arbeiter wurde ein Großteil der Insel mit neuen, schnurgeraden Straßen erschlossen. Da die Lebensumstände in den dort errichteten Mietskasernen genau wie die Zustände an den Arbeitsplätzen teils prekär waren, verwundert es kaum, dass die der Wurzeln der Socialdemokratiska arbetareparti und somit auch des heutigen schwedischen Wohlfahrtstaats in Södermalm liegen.

Das alte Södermalm

Bei unserem Spaziergang auf der Hauptverkehrsachse Götgatan bekamen mir einen guten Eindruck von der städtebaulichen Entwicklung des Viertels vermittelt. Zugleich wurde hier sichtbar, wie sich Södermalm in der jüngeren Vergangenheit neu erfunden hat. Die sanierte Altbausubstanz ist gefragter Wohnraum bei jungen, einkommensstarken Menschen geworden und passend für dieses Klientel ist Södermalm mittlerweile durchzogen mit Boutiquen, Nischengeschäften, Cafés und Restaurants.

Djurgårdens Derbychoreographie

Außerdem ist Södermalm die Heimat des 1897 gegründeten Fußballclubs Hammarby IF. Der galt entsprechend der früheren proletarischen Prägung des Stadtteils immer als der Arbeiterverein Stockholms, ist aber heute auch ziemlich hip bei den zugezogenen Gutverdienern. Insgesamt ist der Club besonders im Süden der Hauptstadt beliebt. Sein mitunter links-alternatives Image sorgt aber für Anhänger in ganz Stockholm und weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Detailansicht I

Damit können wir gleich nahtlos zum heutigen Fußballspiel übergehen. Denn ab 14 Uhr wohnten in Södermalms südlichem Nachbarstadtteil Johanneshov dem heutigen Derby zwischen Djurgårdens IF und Hammarby IF bei. Beide Clubs teilen sich seit 2013 die im gleichen Jahr eröffnete Stockholmsarenan. Jene bis zu 30.000 Zuschauer fassende moderne Multifunktionsarena ersetzte in Johanneshov Hammarbys altes Söderstadion, während Djurgården bis dato im rund sieben Kilometer entfernten Olympiastadion zuhause war.

Detailansicht II

Damit, dass man seine Heimspiele im Hammarby-Gebiet austragen muss, wird man sich seitens des heutigen Gastgebers wohl nie richtig anfreunden. Die lokale Rivalität zwischen Djurgården und Hammarby hat sich durch das Groundsharing auch nochmal verschärft, so dass wir sehr gespannt auf das heute auf den Rängen Gebotene waren.

Detailansicht III

Heimseitig erwartete uns eine große Choreographie, bei der die Järnkaminerna* vor ihrer Heimtribüne Sofialäktaren eine Stadtkulisse hochzogen. So erkennen waren u. a. der Uhrturm des Olympiastadions und der Stockholmer Rathausturm hochzogen. In diesem Panorama wurden ein paar Klischees und Kontroversen rund um Hammarby IF aufgegriffen. Beispielsweise das umstrittene Engagement von Zlatan Ibrahimović (der hält aktuell 25 % der Anteile an Hammarby IF) oder die Streitfrage, ob der Club nun 1897 oder 1889 gegründet wurde. Außerdem ergriffen Edelfan Kenta Gustafsson und weitere HIF-Symbolfiguren vor einem grimmigen und muskelgepackten DIF-Anhänger die Flucht.

Detailansicht IV

Diese mutmaßlich unter Federführung der Gruppe Ultra Caos Stockholm entstandene Choreographie hätte sich eigentlich die Note 1 verdient. Aber blöderweise riss das große Spruchband, welches vom Stadiondach hinabgelassen werden und das detailreiche Kunstwerk mit dem Titel „Ur spår på Djurgården“ (Aus der Bahn für Djurgården) überschreiben sollte.

Hammarbys Choreo

Am anderen Stadionende lief die etwas anspruchsärmere Choreograhie der „Gästefans“ hingegen ohne Probleme ab. Bajen** hatte die Norra Stå (Nordtribüne), die auch bei Heimspielen die HIF-Fankurve ist, per Papptafeln in ihr traditionelles grün-weißes Streifenmuster getaucht. Dazu wurde per Banderole zwischen Ober- und Unterrang die Parole „Den enda skölden som här hör hemma“ (Das einzige Wappen, das hier hingehört) ausgerollt, ehe an beiden Tribünenrändern noch diverse Fackeln aufleuchteten.

Freudenfeuer nach der frühen Führung

Trotz der Abzüge in der B-Note, hatte DIF für uns das choreographische Duell auf den Rängen gewonnen und auch auf dem Rasen deuteten sich zunächst Vorteile für die Blåränderna (blauen Streifen) an. Bereits in der 9. Minute verwertete Kristian Lien ein elegantes Zuspiel per Hacke von Hampus Finndell. Es folgte großer Jubel auf drei der vier Tribünen und derbytypisch gab es ein paar Gesten der Höflichkeit in Richtung Norra Stå.

Die Ultra Boys

Stimmungstechnisch hatte das grün-weiße Lager in den Augen, respektive Ohren von Glatto und mir allerdings den besseren Auftritt. Von unseren 330 SEK (ca. 30 €) teuren Sitzplätzen auf Höhe der Mittellinie hörten wir die Norra Stå oft lauter als die Sofialäktaren. Dafür beeindruckte der Süden des Stadions uns wieder mit seiner Pyroshow zu Beginn der zweiten Halbzeit. Rote und goldgelbe Fackeln, sowie blaue Rauchsäulen tauchten die Sofialäktaren äußerst fotogen in die drei Clubfarben des 1891 in Östermalm gegründeten Djurgårdens Idrottsförening.

Pyroshow zu Beginn der 2. Halbzeit

Östermalm ist übrigens ein relativ nobler Stadtteil von Stockholm und der namensstiftende Djurgården war dereinst das an Östermalm grenzende königliche Jagdrevier. Entsprechend gilt DIF bis heute als Verein der Oberschicht und somit spielen bis heute auch vermeintliche Klassenunterschiede zum proletarischen Hammarby IF eine zumindest folkloristische Rolle in der Rivalität. Derlei Klischees hatte die Sofialäktaren auch im Subtext ihrer heutigen Choreographie mitschwingen lassen, während die Norra Stå im Laufe des Spiels noch den Spruch „Ni käkar hummer på Östermalm. Vi hämtar krabba i Farsta Strand“ (Ihr esst Hummer in Östermalm, wir holen Krabben in Farsta Strand) entrollte.

Die Söder Bröder

Auf dem Rasen waren derweil kaum Klassenunterschiede zu spüren und der Vorjahresvizemeister Hammarby IF – dessen Underdog-Image übrigens auch davon lebt, dass lediglich ein Meistertitel (2001 )im Briefkopf steht – glich in der 64. Minute verdientermaßen durch einen Treffer von Nahir Besara aus. Wie das Stadion, teilte man sich im ersten Derby der noch jungen Saison letztlich also auch die Punkte. Von denen hat Hammarby nach fünf Spielen nun acht auf der Habenseite und steht damit vorerst auf dem 4. Tabellenplatz. Der zwölffache Meister Djurgården (zuletzt 2019) logiert indes mit einem Punkt weniger auf Rang 7.

Bajen bejubelt den Ausgleich

Für uns ging’s nach einem schönen Stadionerlebnis mit Stockholms Tunnelbanan zurück ins Zentrum. Nach der 43 SEK (ca. 3,80 €) teuren U-Bahnfahrt legten wir zunächst einen Zwischenstopp im Hotel ein und machten uns dort an die Planung für’s Abendessen. Leider stellten wir fest, dass der Sonntag bei sehr vielen Restaurants der wöchentliche Ruhetag ist. Eine Ausnahme im Hotelumfeld war jedoch das Nomad, wo man uns zumindest ab 20 Uhr einen Tisch geben konnte. Die Zeit bis dahin überbrückten wir unweit des Nomad in der Kneipe The Lobby. Die hatte erfreulicherweise bis 20 Uhr Happy Hour, so dass 40 cl Öl aus dem Hause Gränges für nur 42 SEK (ca. 3,90 €) gezapft wurden.

Die ersten Gänge im Nomad

Im Nomad trafen anschließend großer Hunger auf kleine Portionen. So erinnerte der Glatto als Vorspeise servierte Hering quantitativ eher an einen Gruß aus der Küche. Bei meiner Charkbricka (Aufschnittplatte) stieß mir wiederum sauer auf, dass dazu kein für obligatorisch gehaltener Brotkorb gereicht wurde. Stattdessen hatte man irritierenderweise den Bodensatz einer Kartoffelchipstüte auf das Brett geschüttet.

Das Korvfest

Als Hauptgang hatte Glatto sich die hausgemachten Köttbullar ausgesucht, die zwar sehr schmackhaft waren, aber auch nicht als Sattwerden taugten. Denn gerade mal vier Hackbällchen in Rahmsauce teilten sich den Teller mit einem Klacks Kartoffelpüree, ein paar Preiselbeeren und etwas Gurkensalat. Ich bekam parallel mein Korvfest auf den Tisch gestellt. Dieses so genannte Wurstfest umfasste drei halbe Würste vom Grill, die von Kartoffelpüree, eingelegten roten Zwiebeln, cremigem Krautsalat, Röstzwiebeln und Senf begleitet.

Eis mit Moltebeerkompott

Ein dritter Gang war nun kein Nice-to-have, sondern ein Must-have, um nicht hungrig ins Bett zu müssen. Glatto wurde ein kleines, ofenwarmes Stück Blaubeerkuchen und mir ein Schälchen Vanilleeis mit Sahne, Kekskrümeln und Moltebeerkompott serviert. Am Ende fühlten wir uns immerhin halbwegs satt, waren geschmacklich mehrheitlich mit dem Gereichten zufrieden gewesen und hatten für die sechs Gänge und eine Runde Bier eine Rechnungssumme in Höhe von 1.200 SEK (ca. 110 €) zu begleichen. Nichtsdestotrotz sprachen wir auf dem Weg in die Heia schon wieder davon, was wir uns am nächsten Morgen alles beim Hotelfrühstück auf die Teller hauen werden.

Song of the Tour: Stockholmer Punkband, deren Frontmann Joakim Thåström bekennender Anhänger von Djurgårdens IF ist

*Der Name Järnkaminerna (Eisenöfen) soll sich von den traditionell dunkelblau und rot gestreiften Auswärtsdressen ableiten. Die erinnerten manch einen Betrachter offenbar an rot glühendes Eisen hinter der Gittertür eines Eisenofens.

**Bajen ist ein etymologisch an Hammarby angelehnter Kosename