Mannheim & Ludwigshafen 11/2019

30.11.2019
Arminia Ludwigshafen – SV Elversberg II 1:2
Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar (V)
Südweststadion (Att: 178)

Um meine fleißig gesammelten BahnBonus-Punkte nicht dem Verfall preiszugeben, löste ich 2.000 davon für eine Freifahrt (Hin- und Rückfahrt) am 30.November 2019 ein. Als Reiseziel bot sich Ludwigshafen an, da dort ausnahmsweise ein Spiel im altehrwürdigen Südweststadion stattfand und gleich nebenan im Anschluss auch noch das Stadion an der Mundenheimer Straße bespielt wurde. Ein so genannter Doppler, wie die Groundhopper es wohl nennen. Um mich jedoch wohltuend von den Pfandsammlern Stadionsammlern der Fankultur abzugrenzen, hatte ich mir natürlich noch ein kleines Kulturprogramm überlegt. Dass das Residenzschloss Mannheim zur Zeit aufgrund von Restaurationsarbeiten für den Publikumsverkehr geschlossen ist, verhagelte mir allerdings Plan A. Gut, ein professioneller Kulturreisender hat natürlich immer auch Pläne B bis mindestens D im Gepäck und so begann nach Ankunft in Mannheim um 10:44 Uhr mein Alternativprogramm.

Gyrospita als verspätetes Frühstück

Ich machte einfach einen auf der Hinfahrt ausgearbeiteten Rundgang durch Mannheim, der mich in die nicht ganz so lange, aber interessante Stadtgeschichte eintauchen ließ. Denn zwar wurde eine Siedlung namens Mannenheim in dieser Gegend bereits 766 erstmals urkundlich erwähnt, doch bis in die Frühe Neuzeit blieb es ein Dorf – trotz günstiger Lage an der Mündung des Neckars in den Rhein – und die Musik in der Region spielte zunächst in z. B. Speyer, Heidelberg, Worms, Mainz oder Frankfurt. Doch bevor ich das alles vertiefte, musste ein verspätetes Frühstück her. Dafür ging es zum griechischen Imbiss „Pita Pita“ nahe des Wasserturms. Für 4,10€ gab es würziges und knuspriges Schweinefleisch vom Drehspiess, welches mit Zwiebeln, gerösteten Kartoffelscheiben und pikanter Paprikafetacreme in Pitabrot gerollt wurde. Sehr zu empfehlen. Gut gestärkt wurden anschliessend der besagte Wasserturm, der Marktplatz, das Schloss und ein paar Kirchen der Stadt aufgesucht. Ich werde die Sehenswürdigkeiten nun in ihrem historischen Kontext kurz vorstellen.

Das Bauensemble aus Altem Rathaus und der Kirche St. Sebastian (ab 1700 erbaut)

Die Stadtgeschichte beginnt mit dem Bau der Festung Friedrichsburg, für die der Pfälzer Kurfürst Friedrich IV. 1606 den Grundstein legte. Zusammen mit der Festung entstand auch eine angeschlossene Planstadt, deren gitterförmiger Grundriss noch heute prägend für die „Quadratestadt“ ist. Blöd für Mannheim, dass wenig später (1618) der Dreißigjährige Krieg ausbrach und die Kurpfalz davon besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde. Mannheim wurde mehrfach besetzt, geplündert und zerstört, ehe dieser große Krieg 1648 endete. Auch im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688 – 1697) wurde die gerade erst wieder aufblühende Stadt ein weiteres Mal zerstört. Der Pfälzische Erbfolgekrieg (in Großbritannien meist „Nine Years‘ War“ und in den USA „King William’s War“ genannt) kann mit Schauplätzen auf dem europäischen Festland und den Britischen Inseln, sowie in Asien, Nord- und Südamerika als durchaus als erster Weltkrieg der Geschichte bezeichnet werden. Ein Attribut, dass ansonsten gerne erst dem Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) zugeschrieben wird.

Im Innenraum von St. Sebastian

Tja, zum Pfälzischen Erfolgekrieg, bei dem Frankreichs Expansionsbestrebungen unter König Ludwig XIV. von einer großen Allianz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (HRR), Englands, Schottlands, Spaniens, Portugals, Schwedens, des Herzogtums Savoyen und den Niederlanden bekämpft wurde, juckt es mir gerade in den Fingern. Besonders mit der britischen Kriegsperspektive, wo der „Nine Years‘ War“ mit der „Glorious Revolution“ korreliert, habe ich mich mal intensiv befassen dürfen. Aber hier soll es ja um Mannheim gehen. Die Stadt, die ab 1697 unter Kurfürst Johann Wilhelm wieder aufgebaut wurde. Dabei enstanden u. a. ab 1700 am Marktplatz das Rathaus und die angeschlossene katholische Kirche St. Sebastian. Natürlich gönnte ich mir von besagter Kirche auch die Innenansicht.

Brunnendenkmal von 1719 am Marktplatz

Das Ensemble ist das älteste erhaltene Bauwerk in Mannheims Stadtkern und ein bekanntes Beispiel für die „Mannheimer Symmetrie“. Zwei symmetrische Gebäudeteile, getrennt von einem Mittelturm, sind stilbildend für diesen besonderen Architekturtypus der Quadratestadt, dem auch die ebenfalls heute von mir besuchte Konkordienkirche (zwischen 1706 und 1717 erbaut) und das im Zweiten Weltkrieg zerstörte alte Kaufhaus am Paradeplatz (zwischen 1724 und 1741 erbaut) zugerechnet werden. An Stelle von letzterem steht heute das Stadthaus (von 1991), welches den Stil der „Mannheimer Symmetrie“ modern interpretiert.

Die Konkordienkirche

1720 stieg Mannheim dann sogar zur Residenzstadt der Kurpfalz auf. Kurfürst Carl Philipp verlegte seinerzeit Fürstenhof von Heidelberg nach Mannheim und ließ  u. a. das Schloss (Bauzeit 1720 bis 1760) und die Jesuitenkirche (1738 bis 1760) errichten. Während mir das Schlossmuseum, wie eingangs erwähnt, heute verwehrt blieb, verbrachte ich umso mehr Zeit in der wunderschönen Jesuitenkirche. Sie gilt es eine der herausragendsten Barockkirchen Deutschlands und ist den Ordensgründern St. Ignatius von Loyola und St. Franz Xaver geweiht. Malereien, Statuen, Reliefs und Stuckarbeiten erwarten den Besuchern hinter der Kirchenpforte. Besonders sehenswert sind dabei für mich der Hochaltar und die sechs Seitenaltäre. Architektonisch fällt die Vierungskuppel ins Auge, an deren Eckzwickeln noch originale Deckenmalereien aus der Barockzeit erhalten sind. Die ursprünglichen großflächigen Kuppelmalereien, die einst Szenen aus dem Leben des Heiligen Franz Xaver zeigten, wurden dagegen im Zweiten Weltkrieg unwiederbringlich zerstört.

Die barocke Jesuitenkirche

Nach wenigen Jahrzehnten endete bereits Mannheims Blüte als Residenzstadt, da Carl Philipps Sohn und Nachfolger Carl Theodor seinen Hof 1778 nach München verlegte. Denn gemäß eines „pactum confraternitatis“ (zu deutsch: Erbeinung) der Kurfürstentümer Bayern und Pfalz (jeweils mit Wittelsbachern auf dem Thron) fiel Bayern in jenem Jahr an Carl Theodor. Die Erbeinung schrieb vor, dass im Falle des Aussterbens einer der männlichen Linien, Bayern oder die Pfalz an die überlebende Linie fallen würde. Das war am 30.Dezember 1777 der Fall, als der bayrische Wittelsbacher Maximillian III. Joseph ohne eigenen männlichen Erben verstarb. Gemäß Vertrag war die Residenzstadt der nun in Personalunion zu regierenden Staaten Kurpfalz und Bayern – die 1806 im Königreich Bayern aufgingen – die bisherige bayrische Residenzstadt München.

Vierungskuppel der Jesuitenkirche

Während der Napoleonischen Kriege (1792 – 1815) kam es zunächst zu einer französischen Eroberung Mannheims (1795) und anschließend zur temporären Besetzung durch österreichische Truppen. 1803 fiel die rechtsrheinische Kurpfalz mit Mannheim (und Heidelberg) an das unter Napoleon Bonapartes Protektion entstandene Kurfürstentum Baden (vorher nur Markgrafschaft). Diese Grenzen wurden am Kriegsende auf dem Wiener Kongress (1815) – der auch den Beginn der Epoche der Restauration markierte – nochmal bestätigt, weshalb Mannheim bis heute zu Baden bzw. Baden-Württemberg gehört. Die Randlage innerhalb des badischen Territoriums war zunächst nicht förderlich für die Stadtentwicklung, doch im Rahmen der Industrialisierung erlebte Mannheim ab Mitte des 19.Jahrhunderts eine neue Blüte.

Der Hochaltar der Jesuitenkirche

Wegbereiter für die industrielle Hochphase waren 1828 die Eröffnung des Mannheimer Rheinhafens (heute der viertgrößte Binnenhafen Europas) und 1840 der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Doch bevor der ganz große Boom einsetzte, war Mannheim in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts noch eher Bürger- denn Arbeiterstadt. Politisch dominierten liberale, demokratische und nationalstaatliche Ideale die bürgerlichen Zirkel in der Quadratestadt. Entsprechend spielte Mannheim eine gewichtige Rolle im Revolutionsjahr 1848. Doch schon 1819 fand ein dramatisches Ereignis auf dem langen Weg zur Revolution hier statt. Am 23.März 1819 wurde der in Mannheim lebende Dramatiker und Schriftsteller August von Kotzebue vom burschenschaftlich organisierten Studenten Karl Ludwig Sand erdolcht.

Das Mannheimer Residenzschloss

Von Kotzebue war Monarchist, polemisierte gegen die Nationalbewegung und galt außerdem als Spion des russischen Zaren. Dementsprechend war er ein prominentes Feindbild der noch jungen Burschenschaftsbewegung, die 1817 auf dem Wartburgfest symbolisch seine Bücher verbrannte. Mit dem Mord hoffte der radikalisierte Nationalist Sand ein revolutionäres Feuer zu entfachen. Doch auch wenn er in den Kreisen der Bewegung von Turnvater Jahn und den Burschenschaften weitgehend als Märtyrer gesehen wurde, blieb die völkische Erhebung aus. Stattdessen legte die Aristokratie im seit 1815 bestehenden Deutschen Bund – Staatenbund der souveränen Fürsten und freien Städte Deutschlands, der auf das 1806 aufgelöste HRR folgte – mit den Karlsbader Beschlüssen den Burschen und anderen nationalliberal Gesinnten die Daumenschrauben an. Die verfolgte Bewegung blieb jedoch im Untergrund aktiv.

Der Mannheimer Schlossplatz

1830 schwappte schließlich die bürgerlich-liberale französische Julirevolution in weitere europäische Länder. In mehreren italienischen Staaten kam es zu Unruhen, die südlichen Provinzen der Niederlande spalteten sich ab (Belgiens Geburtstunde), Serbien (de facto allerdings erst ab 1878) und Griechenland wurden vom Osmanischen Reich unäbhängig und im unter Preußen, Österreich und Russland aufgeteilten Polen erhob sich das polnische Volk gegen die Fremdherrschaft. Letzteres sorgte im bürgerlichen Lager der Staaten des Deutschen Bundes gar für eine regelrechte Polenbegeisterung und den geschlagenen polnischen Aufständischen, die durch deutsche Lande ins Exil nach Frankreich, Großbritannien oder Übersee zogen, wurde Begeisterung und Unterstützung zuteil (Funfact am Rande: Damals wurde dadurch die Polonaise zum Gesellschaftstanz in Deutschland. Gottlieb Wendehals, der übrigens 1941 in Torún / Thorn geboren wurde, gefällt das!). Auch in mehreren Ländern des Deutschen Bundes rumorte es und einige Fürstentümer erließen liberalere Verfassungen (zum Beispiel das Königreich Hannover oder auch Schwarzburg-Sondershausen). Spätestens jetzt begann die Epoche des Vormärzes, in der im 30km von Mannheim entfernten Hambach an der Weinstraße 1832 das berühmte Hambacher Fest stattfand. Zehntausende bürgerliche Oppositionelle versammelten sich damals in der Schlossruine Hambach und forderten Freiheit, deutsche Einheit und deutsche Volkssouveränität.

Das Mannheimer Zeughaus (heute Teil des Reiss-Engelhorn-Museums) von 1779

Bis 1848 sollte es jedoch noch dauern, bis wieder revolutionäre Zeiten anbrache. Es nahm abermals in Frankreich seinen Anfang, als die Februarrevolution das Werk von 1830 vollenden sollte. Der König wurde gestürzt und die Zweite Französische Republik ausgerufen. In Deutschland sprang der Funke zunächst auf Baden über. In der Mannheimer Volksversammlung am 23.Februar 1848 forderten die liberalen Bürger u. a. uneingeschränkte Pressefreiheit, Abschaffung der Adelsprivilegien, Volksbewaffnung und ein deutsches Parlament. Die Mannheimer Forderungen verbreiteten sich im ganzen Gebiet des Deutschen Bundes und nachdem die badischen Revolutionäre am 1.März das Ständehaus in Karlsruhe besetzt hatten, folgten Unruhen in u. a. Berlin (Preußen), Wien (Österreich) und München (Bayern). Am 18.Mai kam dann erstmals die Nationalversammlung, das erste demokratisch gewählte gesamtdeutsche Parlament, in der Frankfurter Paulskirche zusammen, um die deutsche Einheit vorzubereiten und eine Verfassung für den neuen Einheitsstaat auszuarbeiten.

Ausschnitt eines badischen Flugblattes von 1848

Doch für die Umsetzung fehlte es ausgerechnet an Einigkeit. Die Fraktionen, die sich in der Paulskirche gebildet hatten, stritten über die Staatsform. Soll es eine parlamentarische Volksrepublik oder eine konstitutionelle Erbmonarchie werden (oder doch der Status quo reformiert, aber weitestgehend konserviert werden)? War bei der Bildung eines Nationalstaats eine kleindeutsche Lösung (ohne Österreich) oder eine großdeutsche Lösung (mit Österreich) anzustreben? Zu der lähmenden Uneinigkeit der Abgeordneten kam das Fehlen einer handlungsfähigen Exekutive, welche Beschlüsse des Parlaments hätte durchsetzen können. Die Exekutivgewalt lag immer noch bei den Fürsten, die natürlich die alte Ordnung erhalten wollten und die Konterrevolution vorantrieben. Trotz allem wurde am 28. März 1849 mit einer knappen Mehrheit für einen kleindeutschen Gesamtstaat in Form einer konstitutionellen Monarchie, mit dem preußischen König als Kaiser, votiert.

Die Frankfurter Paulskirche

Schlecht, dass Friedrich Wilhelm IV., seines Zeichens gegenwärtiger König von Preußen, die ihm zugedachte Rolle am 3.April 1849  undankend ablehnte. Obwohl 28 Klein- und Mittelstaaten des Deutschen Bundes (Note der Achtundzwanzig) die neue Verfassung bereits anerkannt hatten (darunter die Großherzogtümer Baden, Hessen und Oldenburg, sowie die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Lübeck, um ein paar prominente Unterzeichner der Note zu nennen). Friedrich Wilhelms despektierliche Bezeichnung der ihm angetragenen Kaiserkrone als „imaginären Reif, aus Dreck und Letten gebacken“ ging in die Geschichtsbücher ein. Dazu berief er alle preußischen Abgeordneten von der Frankfurter Nationalversammlung ab. Revolution und Gegenrevolution bekämpften sich nun teilweise blutig. Besonders in Mannheim und ganz Baden nahm der Konflikt bürgerkriegsähnliche Ausmaße an. Die Frankfurter Nationalversammlung verlor derweil durch Abberufungen und Rückzüge einen Großteil der Abgeordneten und zog am 30.Mai 1849 als Rumpfparlament ins württembergische Stuttgart um. Dort wurde man allerdings keinesfalls mit offenen Armen empfangen und der württembergische König Wilhelm I. ließ das Parlament am 18.Juni 1849 gewaltsam von seiner Armee auflösen. Es blieb Baden vorbehalten nicht nur Schauplatz des ersten, sondern auch des letztes Aktes der Deutschen Revolution von 1848/49 zu werden. Dort hatten die Revolutionäre am 1.Juni die Republik ausgerufen, doch ein Heer des Deutschen Bundes unter preußischer Führung marschierte in Baden ein. Die hastig aufgestellte badische Revolutionsarmee, kommandiert vom polnischen „Berufsrevolutionär“ Ludwik Mierosławski, leistete zwar Widerstand, doch mit der Einnahme der Festung Rastatt durch preußische Truppen am 23.Juni war dieser nach wenigen Wochen gebrochen.

Der Wasserturm von 1880, eines der Wahrzeichen der Stadt

Das antirevolutionäre Bundesheer wurde übrigens von angeführt von Prinz Wilhelm von Preußen, der 1871 unter anderen Vorzeichen Deutschland doch noch einigen sollte und erster Kaiser des Zweiten Deutschen Reiches wurde. Zu jenem Reich gehörte auch Baden mitsamt Mannheim, welches einen großen Beitrag zum Aufstieg des Reiches zur industriellen Weltmacht leistete. Denn einige große Firmen und Marken haben in der Stadt an Rhein und Neckar ihre Wurzeln. So wurde 1848 in der Quadratestadt die Badische Gesellschaft für Gasbeleuchtung gegründet. Aus dieser ging 1865 die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) hervor, die das namensstiftete Baden jedoch schon kurz darauf verließ. Am anderen Ufer des Rheins, dem nach wie vor mit Bayern unierten Teil der Pfalz, lockte der bayrische König Maximillian II. mit einem großen Firmengelände und noch größeren Subventionen, um die 1859 von ihm gegründete Stadt Ludwigshafen zu fördern. Mein weiteres Reiseziel an diesem Tage ist somit seitdem Nachbar und Konkurrent Mannheims.

Carl Benz ihm seine Erfindung

Zwar musste Mannheim auf die BASF und somit den heute größten Chemiekonzern der Welt verzichten, aber dafür machten andere Firmen und Erfinder die Stadt reich und berühmt. Bereits 1817 erfand Karl Drais hier das erste Fahrrad (die Draisine) und 1886 patentierte Carl Benz seinen Motorwagen Nummer 1 (die Geburtsstunde des Automobils). Die Industrialisierung ließ Mannheim um 1900 erstmals die Marke von 100.000 Einwohnern überschreiten. Ein bedeutendes Industriequartier war dabei Mannheim-Käfertal. Dort eröffnete der Schweizer Elektrotechnikkonzern BBC im Jahre 1900 ein Werk für elektrische Schienenfahrzeuge (heute Bombardier). Ebenfalls viele Arbeitsplätze entstanden um die Jahrhundertwende in Mannheim-Waldhof, wo u. a. 1884 die Zellstofffabrik Waldhof gegründet wurde (bekannt für ihre Zewa-Papiertücher) und Mercedes-Benz 1908 sein Fahrzeug- und Motorenwerk eröffnete. Das Quartier ist nebenbei auch Heimat des Fußballtraditionsclubs SV Waldhof Mannheim (1907 gegründet).

Christuskirche von 1911

Auch eine eigene Chemie- und Pharmaindustrie entwickelte sich im Schatten von BASF am rechten Rheinufer. Seit 1872 gibt bzw. gab es Boehringer Mannheim (gehört heute zu Roche-Konzern) und 1899 eröffnete die Sunlicht-Seifenfabrik (Unilever-Konzern, der gegenwärtig seine Pflegeprodukte der Marke „Dove“ in Mannheim produziert), um nur mal zwei bekannte Firmen zu nennen. Außerdem wurde Mannheim ein wichtiger Finanzplatz, mit zahlreichen Banken und Versicherungen. Meine Generation weiß das im Prinzip seit kleinauf, da wir im frühen deutschen Privatfernsehen mit Werbespots eines gewissen Herrn Kaisers sozialisiert wurden (die Hamburg-Mannheimer Versicherungs AG, mittlerweile Ergo Group, hatte eine ihre Wurzeln u. a. in der 1899 in Mannheim gegründeten Vita Versicherungs-Actien-Gesellschaft). Die Mannheimer Versicherungen (1879 gegründet) und die Inter Versicherungsgruppe (seit 1968) haben dagegen bis heute ihren Hauptsitz in der Quadratestadt.

Der um 1900 entstandene Mannheimer Friedrichsplatz

Die rege Bautätigkeit des ausgehenden 19. und frühen 20.Jahrhunderts hat zahlreiche Spuren im Stadtbild hinterlassen. Am eindrucksvollsten ist dabei sicherlich der neobarocke Friedrichsplatz mit dem 60 Meter hohen Wasserturm von 1889 in seiner Mitte. In den wärmeren Jahreszeiten begeistern Wasserspiele die Besucher der Anlage und im November und Dezember findet hier jährlich der bekannteste Mannheimer Weihnachtsmarkt statt. Um den Platz herum entstand eine geschlossene und repräsentative Bebauung in Neobarock und Jugendstil, die zum Stadtjubiläum 1907 (300 Jahre Stadt Mannheim) im wesentlichen abgeschlossen war. Seitdem ist er das Tor zur Innenstadt und der Wasserturm neben dem Schloss wohl das bekannteste Wahrzeichen Mannheims.

Häuserfassade in der Stresemannstraße, unweit des Friedrichsplatzes

Der für das Deutsche Reich sieglose Erste Weltkrieg (1914 – 1918) brachte Mannheim nochmal in eine Randlage, da die Alliierten (hauptsächlich in Form der französischen Armee) das linksrheinische Reichsgebiet (und damit auch Ludwigshafen) bis 1930 besetzt hielten. Gleichwohl blieb die hiesige Wirtschaft produktiv und innovativ. So wurde 1921 in Mannheim der berühmte Lanz Bulldog der Heinrich Lanz AG erstmals gefertigt. Dieser Traktorpionier leistete einen bedeutenden Beitrag zur Mechanisierung der deutschen Agrarwirtschaft. Nichtsdestotrotz gingen die Inflation von 1923 und die Deflation von 1929 (Weltwirtschaftskrise) natürlich nicht spurlos an der Stadt vorüber. Besonders die Weltwirtschaftskrise begünstigte bekanntermaßen den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland. Nach deren Machtergreifung 1933 wurde natürlich auch Mannheim gleichgeschaltet und die politischen Gegner (in erster Linie Kommunisten und Sozialdemokraten, die in der Arbeiterstadt stark vertreten waren) vom totalitären Nazi-Regime verfolgt. Auch die rassenideologisch motivierten Verfolgungen machten vor Mannheim nicht halt. So war bis 1945 das jüdische Leben der Stadt durch den organisierten Völkermord der Nazis an den Juden ausgelöscht worden. Der Zweite Weltkrieg (1939 – 1945) sorgte außerdem für großflächige Zerstörungen im Stadtgebiet von Mannheim (und Ludwigshafen). Die kriegswichtigen Industrieanlagen, aber auch die Wohnquartiere des Rhein-Neckarraumes, erfuhren zahlreiche Bombardements durch alliierte Luftstreitkräfte. Auch soll es Erwägungen gegeben haben, eine Atombombe über der  „Doppelstadt“ abzuwerfen, doch dafür kenne ich keine geschichtswissenschaftlich zu 100% belastbare Quelle. Da der Krieg in Europa noch vor der Einsatzreife der us-amerikanischen Atombombe endete, waren etwaige Planungen auch obsolet geworden. Stattdessen fiel Mannheim am 30.März 1945 an us-amerikanische Truppen und war von 1945 bis 1949 Teil der US-Besatzungszone.

Die rekonstruierten Bauwerke Schloss und Jesuitenkirche von Ludwigshafen aus gesehen

In der Nachkriegszeit war der Wiederaufbau der zu weiten Teilen zerstörten Stadt eine große Herausforderung. Es musste wie vielerorts in Deutschland schnell und günstig neuer Wohnraum her. Die Rekonstruktion historischer Bauwerke beschränkte sich dabei auf wenige Wahrzeichen wie das Schloss, das Rathaus und den Wasserturm. Nachdem in den 1970er Jahren die moderne Stadtneugestaltung weitgehend abgeschlossen war, musste Mannheim noch einen Strukturwandel vom Industrie- zum Dienstleistungssektor bewältigen. Das produzierende Gewerbe stellt zwar immer noch ein Viertel der hiesigen Arbeitsplätze, doch dereinst waren es über drei Viertel. Der erstarkte Dienstleistungssektor wird neben Finanz- und Informationsdienstleistern und Gastronomie, auch vom Handel getragen. Mannheim ist im Ballungsraum Rhein-Neckar die wichtigste Einkaufsstadt. Außerdem handelt es sich um einen bedeutenden Hochschulstandort. Teile der Universität Mannheim (die größte der hiesigen Hochschulen) sind übrigens im Mannheimer Schloss untergebracht, wo mein knapp dreistündiger Geschichtsspaziergang endete und ich gegen 13:30 Uhr nach Ludwigshafen übersetzte.

Über den Rhein (links Ludwigshafen, rechts Mannheim)

Auch wenn ich dort nur einige (der wenigen) Sehenswürdigkeiten en passant auf dem Weg vom Rheinufer zum Südweststadion mitnahm, möchte ich doch noch ein paar Worte zur jungen Ludwigshafener Geschichte verlieren. Die Stadtgründung von 1859 geht auf die Mannheimer Rheinschanze zurück. Ein linksrheinischer Brückenkopf der rechtsrheinischen Festung Friedrichsburg, für die ebenfalls 1606 der Grundstein gelegt wurde. Die Schanze, die in den Kriegen des 17. und 18.Jahrhunderts mehrfach zerstört wurde, wurde im frühen 19.Jahrhundert von Mannheim getrennt. Wie bereits von mir erläutert, wurde die rechtsrheinische Pfalz badisch (ab 1803) und die linksrheinische Pfalz verblieb bei den Wittelsbachern, also beim 1806 gebildeten Königreich Bayern.

Das 1989 installierte Denkmal Rheinschanze des Künstlers Wolf Spitzer (links im Hintergrund die Mannheimer Jesuitenkirche)

Ab 1820 entstand auf dem Gelände der ehemaligen Rheinschanze ein Handelshafen, der zu Ehren von Bayerns damaligem König Ludwig I. den Namen Ludwigshafen erhielt. Ludwigs Sohn und Thronfolger (ab 1848) Maximillian II. förderte Ludwigshafen gezielt und verantwortete das erwähnte stadtgeschichtliche Schlüsselereignis der BASF-Ansiedlung. Doch schon vor der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik hatte sich 1858 die Firma Benckiser (heute Reckitt-Benckiser-Konzern) mit ihrer Chemiefabrik in Ludwigshafen angesiedelt. Mit u. a. dem Pharmaunternehmen Knoll & Co (1886 gegründet, heute Teil des Abbott-Konzerns), der Raschig GmbH (1891) und den Pfalzwerken (Energieversorger von 1912) wurde Ludwigshafen Heimat noch weiterer großer Unternehmen.

Die Pegeluhr von 1900 an der Ludwigshafener Kammerschleuse

Die wirtschaftliche Entwicklung ließ Ludwigshafen binnen weniger Jahrzehnte zur Großstadt aufsteigen. 1921 waren erstmals über 100.000 Einwohner hier gemeldet. Im Zweiten Weltkrieg wurden durch die bereits erwähnten massiven Luftangriffe auf die Doppelstadt Mannheim-Ludwigshafen allerdings über 80% der Bausubstanz zerstört. Die linksrheinische Pfalz wurde 1945 der französischen Besatzungszone zugeschlagen und blieb auch in der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland administrativ weiterhin von Mannheim getrennt. Hüben Rheinland-Pfalz, drüben Baden-Württemberg. Ungeachtet dessen teilt man sich u. a. eine Telefon-Vorwahl und das Straßenbahnnetz mit Mannheim. Allerdings hinkte man der Nachbarstadt in der Nachkriegsentwicklung lange hinterher. An historischen Sehenswürdigkeiten mangelt es natürlich, da kaum ein geschlossene Vorkriegsbebauung erhalten blieb und man die Stadt noch zweckmäßiger als Mannheim wiederaufbaute. Nichtsdestotrotz ist Ludwigshafen heuer hinter Mainz die zweitgrößte Stadt von Rheinland-Pfalz und zählt über 170.000 Einwohner.

Der von 1893 bis 1898 erbaute Luitpoldhafen

Eines der wenigen überregional bekannten Nachkriegsbauwerke der Stadt ist dann tatsächlich auch das Südweststadion, welches 1950 eröffnete und dessen Wälle aus dem reichlich vorhandenen Trümmerschutt Ludwigshafens aufgeschüttet wurden (damit ist es u. a. baulich verwandt mit dem Niedersachsenstadion in Hannover). Über 40.000 Plätze bot das Stadion zunächst, später gar über 80.000. Doch es gab keinen fußballerischen Topclub, um das Rund regelmäßig zu füllen. Mit Länderspielen der deutschen Fußballnationalmannschaft und Endspielen um die Deutsche Fußballmeisterschaft, wie auch um den DFB-Pokal, konnten in den 1950er und 1960er Jahren allerdings regelmäßig große Kulissen verbucht werden. Außerdem wich der 1.FC Kaiserslautern gelegentlich nach Ludwigshafen aus. Der damalige Platzhirsch FC Arminia 03, der zwischen 1966 und 1975 immerhin neun Spielzeiten drittklassig war, erzielte dagegen nur mäßige Zuschauerzahlen – brachte seinerzeit allerdings die Fußballlegende Walter Frosch hervor! – und zog sich 1979 wieder in seinen Heimatstadtteil Ludwigshafen-Rheingönheim zurück. Da passte es ganz gut, dass der SV Waldhof aus Mannheim zwischen 1983 und 1989 kein bundestaugliches Stadion auf der anderen Rheinseite zur Verfügung hatte und für insgesamt 102 Bundesligapflichtspiele ins Südweststadion auswich.

Haupttribüneneingang des Südweststadions

Der Umzug der Mannheimer in die Vorderpfalz, wurde vom Ligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern sehr argwöhnisch gesehen, da die Lauterer die gesamte linksrheinische Pfalz als ihr Einzugsgebiet betrachten. In der ersten Bundesligasaison 1983/84 verzeichnete der SV Waldhof auch sogleich einen deutlich besseren Zuschauerschnitt (26.982 Zuschauer) als der 1.FCK (19.017), doch ein Überlaufen der vorderpfälzer Fußballfans war nicht auszumachen und Kaiserslautern zog in den Folgejahren wieder dauerhaft mehr Zuschauer als der Parvenü vom anderen Ufer. Unterdessen entwickelte sich eine heißblütige Rivalität zwischen den Pfälzern (Lautern) und den Kurpfälzern (Waldhof), die auch nach Waldhofs Gang in die Zweit-, Dritt- und gar Viertklassigkeit nicht wirklich abebbte. In der aktuellen Saison begegnen sich beide Teams in der 3.Liga wieder auf Augenhöhe und liefern sich brisante Derbys. Der SV Waldhof spielt allerdings seit Sommer 1989 wieder in Mannheim (erst Stadion am Alsenweg, seit 1994 im Carl-Benz-Stadion). Stattdessen war das Südweststadion zwischenzeitlich mal Heimspielstätte des FSV Oggersheim (der 2007/08 in der 3.Liga spielte) und nun kehrt der gegenwärtige Fünftligist FC Arminia für ausgewählte Spiele an die alte Wirkunsgstätte zurück, da der Platz in Rheingönheim in niederschlagsreichen Zeiten zur Unbespielbarkeit neigt und in der Oberliga herbstliche Spielabsagen nicht so selbstverständlich wie auf Bezirks- oder Kreisebene sind (sprich, der Verband drängte nach ein paar Absagen der Arminen auf ein bespielbares Ausweichstadion).

Schön für die Groundhopper der Republik und Stadionenthusiasten wie mich. So waren unter den 178 zahlenden Zuschauern (10€ für Vollzahler) circa 40 Groundhopper auszumachen. Man erkennt sie halt und auch sie erkannten sich größtenteils untereinander und hielten nach den obligatorischen Fotosessions ihre Plauderrunden über „Grounds“ und „Schnorrerskills“ ab. Dass sich niemand aus dieser Besuchergruppe so wirklich für das Fußballspiel interessierte, kann man keinem vorwerfen. War auch wirklich nicht besonders geil. Immerhin klingelte es kurz vor der Halbzeitpause zweimal im Gehäuse. Die Führung der Elversberger Reserve in der 39.Minute konnte der FC Arminia in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs noch ausgleichen (Peter Prokop in der 45+1.Minute). Nach dem Halbzeitsnack Schnitzelbrötchen (lecker und mit 3€ fair bepreist), erwartete ich auch in der 2.Halbzeit eine mäßige, aber ausgeglichene Partie. Allerdings überrumpelten die saarländischen Gäste den FCA kurz nach Wiederanpfiff, als Luis Majchrzak in der 47. Minute das 2:1 besorgte.

Halbzeitsnack

Alle Bemühungen den nochmaligen Gleichstand herzustellen waren fortan vergebens und am Ende hatten die Elversberger die drei Punkte im Sack. Der FC Arminia geht nun als vorläufig Vierzehnter in die Winterpause (21 Punkte aus 19 Partien). Damit ist man einen Platz über dem Strich, während der Nachwuchs des SV Elversberg als Vierter (34 Punkte aus 19 Spielen) Tuchfühlung zum einzigen Aufstiegsplatz der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar hat (man wäre jedoch eh nicht aufstiegsberechtigt, da 2.Herren von Dritt- und Viertligsten maximal Oberliga spielen dürfen). Der TSV Schott Mainz führt übrigens gegenwärtig mit 38 Punkten das Tableau an, während prominente Namen wie Eintracht Trier, Wormatia Worms und TuS Koblenz in Lauerstellung sind. Nach der Winterpause will der FC Arminia Ludwigshafen dann wieder auf seinem etatmäßigen Heimfeld in Rheingönheim spielen. Aber ob das klappt oder es weitere Umzüge ins Südweststadion gibt, entscheidet der Wettergott im Frühjahr 2020.

30.11.2019
SV Südwest 1882 Ludwigshafen – VfB Hassloch 5:0
Bezirksliga Vorderpfalz (VIII)
Stadion Mundenheimer Straße (Att: 120)

Nach Abpfiff um 16:23 Uhr machte ich mich mit einer Hopperkarawane im Schlepptau auf zum benachbarten Stadion an der Mundenheimer Straße. In diesem dereinst für ca. 10.000 Besucher ausgelegtem reinen Fußballstadion, sollte der SV Südwest Ludwigshafen den VfB Hassloch um 16:30 Uhr zum Punktspiel der achtklassigen Bezirksliga Vorderpfalz empfangen. Ja, das war sportlich ein noch größerer Leckerbissen, als erste Spiel des Nachmittages. Allerdings versprühte das alte Stadion soviel Flair, dass ich es als genauso besuchenswert wie das Südweststadion einstufe. Da investierte ich doch gerne 4,50€ für ein Billet und 2,50€ für eine Rindswurst. Schön, dass die Spielplangestalter des Südwestens mir diesen Doppelbesuch an einem Tag möglich machten.

Groundhopper at work

Das Stadion feierten alle Erst- und Einmalbesucher der Anlage ziemlich ab und außerdem gab es Tore satt. Der SV Südwest Ludwigshafen dominiert die Liga bisher und steht mit 41 Punkten aus 17 Spielen auf dem 1.Platz, der am Saisonende zum direkten Aufstieg in die Landesliga berechtigen würde. Der SV Südwest ist übrigens das Ergebnis einer Fusion aus dem Jahre 1964. Damals schlossen sich TuRa Ludwigshafen und der SV Phönix 03 Ludwigshafen zusammen, die wiederum selbst Fusionsprodukte waren (der Stammbaum des SV Südwest kommt auf stolze 15 Vorgängervereine). Ziel war der Einzug in die 1963 gegründete Bundesliga, wo man dann das Südweststadion hätte bespielen können. Doch es langte nur für 10 Jahre in der zweitklassigen Regionalliga Südwest, ehe man 1974 den Einzug in die neugeschaffene 2.Bundesliga verpasste und die nächsten Jahrzehnte dritt- bis achtklassig kicken musste. Immerhin gewann man 1983, 1987 und 1990 den Südwestpokal und kratzte als Oberligist noch gelegentlich am Aufstieg zur 2.Bundesliga. Bekanntester Südwestkicker war wohl Igli Tare. Der albanische Nationalstürmer hatte 1992 bei den Ludwigshafenern sein erstes Auslandsengagement und schnürte später u. a. für den 1.FC Kaiserslautern und sie Società Sportiva Lazio die Schuhe.

Für Dominik Brust wird es wohl nicht mehr für die Fußballnationalmannschaft seines Heimatlandes reichen, aber der 31jährige ist aktuell der Topstürmer des SV Südwest und war heute viermal erfolgreich (davon zweimal per Strafstoß). Am Ende stand es 5:0 für die Hausherren (einmal durfte sich auch Sören Lars Hengstberger in die Torschützenliste des Abends eintragen) und angeblich wurden der Sieg und die Herbstmeisterschaft noch im Clubheim „Treffpunkt Südwest“ ausgiebig gefeiert. Ich war da jedoch schon auf dem Weg zum Ludwigshafener Hauptbahnhof, um via Umstieg in Mannheim die Heimreise anzutreten und noch vor Mitternacht das heimische Bett zu erreichen. Das war ein gelungener Ausflug, der mich zwei mir bisher wenig bekannte Großstädte kennenlernen ließ und ebenfalls zwei überragende Fußballstadien für mein Nostalgikerherz bot.