Lisboa (Lissabon) 09/2018

17.09.2018
GD Estoril Praia – CD Feirense 1:2
Taça da Liga (Group Stage)
Estádio António Coimbra da Mota (Att: 817)

Nach Luxemburg hieß unser zweiter Zwischenstopp auf dem Weg nach Südamerika Lissabon. Ein für mich sehr vertrauter Ort, den ich schon ein paar Mal in der Vergangenheit besucht hatte und über den ich meine Begeisterung niemals verhehlen werde. Von dort sollte es nach zwei Übernachtungen weiter nach Rio de Janeiro gehen.

Backpackerpack

Nach dem entspannten, aber leider etwas verspäteten Flug (Landung 19:25 Uhr anstatt 19:05 Uhr), wurde mit der Metro das Apartment nahe der Alfama angesteuert. Die Gegend wirkte unseriös und bei der angegebenen Hausnummer klopfte ich mangels Klingel mal zaghaft ans Fenster. Eine junge frisch geduschte Frau in Bademantel kam herbei und verneinte uns als sechs neue Mitbewohner zu erwarten. Aber es würden hier öfters mal Leute klopfen und das besagte Apartment müsste nebenan sein. Okay, da gab es vier unbeschriftete Klingeln und da der Vermieter nicht ans Telefon ging, wollten wir gerade das Risiko eingehen weitere arme Lissaboner aus dem Badezimmer, der Küche oder dem Wohnzimmer wegzuholen. Doch dann rief eine Frau aus dem obersten Stockwerk irgendwas runter und machte die Tür auf. Da waren wir wohl richtig.

Blick aus dem Fenster bei Tageslicht

Uns erwartete neben „Welcome Drinks“ (je zwei Flaschen Rotwein und Mineralwasser) eine einfache, aber renovierte alte Bude. Für 90€ pro Nacht kannste nicht knurren. Mit sechs Personen war es zwar etwas eng, aber wollten hier ja nicht einziehen, sondern nur zweimal übernachten. Die Vermieterin erwähnte dann nochmal extra, dass das eine sichere Gegend sei, auch wenn es nicht so aussieht und die Migranten an der Hauptstraße halt „Business“ machen. Aber die würden niemanden etwas tun und überhaupt sei Lissabon eine sichere Stadt, lediglich die Taschendiebe wären eine Plage. Wussten wir alles und waren unbesorgt.

Wunderschön

Ziel war nun ein Lokal für das Abendessen zu finden. Bei Lust auf Küche vom indischen Subkontinent hätten wir im Radius von 500 Meter eine riesige Auswahl gehabt, aber uns stand der Sinn nach portugiesischer Küche. Die „Cervejaria Ramiro“, eines der besten Lokale der Stadt, war auch nicht weit, jedoch leider randvoll mit Menschen. Egal, ging es halt die Straße weiter runter, vorbei an auf dem Platz „Martim Moniz“ tanzenden Menschen, bis zur Alfama (Altstadt). In einer Straße ließen wir uns dann vom Knoblauchduft in ein Restaurant namens „Hó Caldas“ locken, doch auch dort war nichts mehr frei. Zumindest nicht für sechs Personen.

Lisbon by night

Oberhalb unserer jetzigen Position war das nächste Restaurant zu erspähen. Das „Chapitô à Mesa“ war mir schon mal wegen seiner schönen Terrasse aufgefallen und weil es im Eingangsbereich wie so ein „Eine-Welt-Laden“ ausschaut. Aber neben Nippes für KuWis auf Reisen, gab es eben auch einen Restaurantbereich und außerdem einen Zirkus. Der Zirkus sollte gleich um 22 Uhr seine Vorstellung haben. Nur im Gegensatz zu zig anderen Touris, interessierten wir uns nur für die Speisekarte und als hätten wir reserviert, wartete im Zentrum des Innenhofes ein letzter freier Tisch mit genau sechs Stühlen auf uns. Nach dem Studium der Speisekarte kamen wir zu folgendem Zwischenfazit: Es ist zwar etwas teurer, dafür ist man (als Tourist) unter sich.

Vinho branco

Doch was will man machen? Der Hunger war groß und der Geiz reist bei Schneppe Tours nicht mit. Also gab es z.B. für mich für 15€ Kalb vom Grill (mit Portobellopilz und Kartoffeln im Speckmantel), sowie eine Flasche Weißwein aus dem Alentejo für 15€. Gäbe es woanders in Lissabon auch für die Hälfte, aber es schmeckte gut und war sättigend. Das ist die Hauptsache. Nachdem die Reisegruppe insgesamt knapp 150€ ärmer war, ging es wieder zurück zur Unterkunft und dort nach einer Pulle Rotwein in die verdiente Nachtruhe.

Kalb zum Dinner

Natürlich hatten wir Dienstag viel vor und um 9 Uhr bat ich zum Fertigmachen für Teil 1 der heutigen Touritour. Der erste Programmpunkt waren Backwaren und Kaffee in einem Café namens „Leandro’s“ in unserem „Bairro“. Dem konnte auch noch Milano beiwohnen, aber danach machte es keinen Sinn mehr uns begleiten, da die ganzen Höhenmeter nichts für einen Mann auf Krücken waren. Zumindest nicht den ganzen Tag.

Netter Ausblick

Der härteste Anstieg wartete gleich am Anfang auf uns, jedoch lohnen die 180 Stufen rauf zum „Miradouro Nossa Senhora do Monte“ (Miradouro nennt man in Portugal einen Aussichtspunkt). Wir genossen einen tollen Ausblick auf die Stadt und ich konnte den beiden Lisboa-Debütanten Fat Lo und Ole schon mal ein bißchen was zeigen und erklären.

Convento do Graça

Da der „Miradouro Sophia de Mello Breyner Andresen“ eh auf unserem Weg lag, genossen wir das dortige Panorama im Schatten des „Convento do Graça“ ebenfalls und danach ging es nochmal bergab und dann wieder bergauf zum „Castelo de São Jorge“ (der mittelalterlichen und einst maurischen Burg von Lissabon).

Lissabon – Stadt der Treppen

Gegen 11:30 Uhr begehrten in der Schlange vor dem Castelo ungefähr 1.896 Touristen Einlass, so dass wir von einer Besichtigung Abstand nahmen. In den Sommermonaten muss man wahrscheinlich wirklich schon um exakt 9 Uhr dort auflaufen, damit man zügig reinkommt und es auch drinnen noch nicht übervoll mit Menschen ist. Da ich die Burg allerdings bei einem früheren Trip schon mal von innen gesehen hatte, konnte ich verschmerzen, dass sich die Anzahl meiner Besichtigungen heute nicht verdoppelte.

Touri-Mob

Ich führte meine Reisegruppe jetzt lieber zur alten Kathedrale, der „Catedral Sé Patriarcal“. Nachdem die christlichen Portugiesen den Mauren Mitte des 11.Jahrhunderts Lissabon wieder entrissen hatten, wurde eine große Moschee der Stadt geschliffen und ab 1147 durch die Sé ersetzt. Es ist damit die älteste Kirche der Stadt und zugleich Hauptkirche des katholischen Patriarchiats von Lissabon. Die Kirche überstand das große Erdbeben von 1755 relativ gut und spätere barocke Umbauten wurden im 20.Jahrhundert rückgängig gemacht, so dass sie gegenwärtig in einer einheitlichen romanischen Architektur erstrahlt.

Catedral Sé Patriarcal

Nächster Stopp war nun der prächtige „Praça do Comércio“ am Ufer des Tejo (siehe Titelbild). Die beiden Newbies waren begeistert von diesem Platz und den drei Lissabon-Veteranen fiel auf, dass weniger Lungerer als bei den vorherigen Besuchen zugegen waren. Überhaupt, man wurde auf der Straße kaum angesprochen in Sachen Drogen und Nippes, was früher teilweise doch sehr nervig in Lissabon war. Wahrscheinlich wird da mittlerweile etwas repressiver gegen vorgegangen. Nicht, dass der lukrative Touristenstrom irgendwann wieder abnimmt.

Straßenbahn am Praça do Comércio

Danach bummelten wir noch ein wenig durch die Einkaufsstraßen der Baixa (Unterstadt) und Ole überlegte sich ein neues Mobiltelefon zuzulegen, um den Verlust in Luxemburg zu kompensieren. Die Suche blieb jedoch erfolglos. Stattdessen wurde sich Sehenswürdigkeiten knipsend wieder zum Apartment vorgearbeitet, damit wir dort Milano Pete zum Mittagessen einsammeln konnte. Der kleine Racker war übrigens nicht faul und hatte die schmutzige Wäsche unserer Reisegruppe gewaschen. Ehrenmann!

Bummeln durch die Baixa

Gemeinsam machten wir nun den moderaten Anstieg zum „Restaurante Gonçalves“, welches uns morgens beim Aufstieg zum „Miradouro Nossa Senhora do Monte“ aufgefallen war. Wie zu erwarten null auf Touris eingestellt und Anlaufpunkt für eine Bierpause des Postboten und das Mittagessen von Anwohnern dieser Straße. Die täglich wechselnden Gerichte kosteten alle so 6€ bis 8€ und der handschriftliche portugiesische Menüzettel stellte sogar mich vor Verständnisprobleme und am Ende waren auch nicht alle glücklich mit ihrer Wahl.

Am Rossio

Ole und ich hatten zum Glück das Rindersteak (Bife) gewählt und Glatto wusste mit Octopus auch worauf er sich einlässt. Milano, Languste und Lo bekamen allerdings Schweineleber, weil das am Nachbartisch so lecker aussah und der verspeisende João es auch empfahl. Da keiner aus dem Trio Leber mag und nur Languste über seinen Schatten sprang, musste die Herrin des Hauses leider zwei volle Teller wieder abräumen. Nossa culpa!

Schon wieder rumvöllern

Dafür lobten wir anderen das (durchschnittliche) Essen über den grünen Klee und orderten außerdem noch den natürlich auch hausgemachten Milchreis (von ihrer Mutter) als Dessert. Und zwei weitere Liter-Karaffen Wein (kosteten nur 5€) mussten auch noch her. So blieben wir alle Freunde und besonders der hilfsbereite Languste (der kam ohne Tritt ans oberste Schnapsregal) wurde von der „Dona“ ins Herz geschlossen.

Schöne und typische Architektur der Stadt

Den Plan, dass wenig später nochmal zwei weitere Karaffen geordert werden (damit jeder eine bezahlen muss), konnte ich zum Glück vereiteln. Wir hatten schließlich noch Termine und so blieb es bei 62€ Gesamtrechnung. Preiswert für das Gereichte, inklusive vier Litern Weißwein!

So Lütte, die zieh ich mir gerne rein

Um den Berg- und Talmarsch von unserem Quartier „Arroios“ ins „Bairro Alto“ allerdings für alle erträglicher zu gestalten , stoppten wir am zentralen Platz „Rossio“ bzw. genauer gesagt am „Largo de São Domingos“ in der Unterstadt. Hier wartet die Bar „A Ginjinha“ auf Kunden, um den namensstiftenden Likör auszuschenken. Wobei Bar auch schon fast übertrieben klingt, denn es handelt sich quasi nur um einen kleinen Verkaufskiosk für den hausgemachten Sauerkirschenlikör Ginjinha. Wir ließen uns sechs Runden à sechs Lütte servieren und konsumierten diese vor dem Laden. Wie auch eine Horde Erstsemesterstudenten, angeführt von alten Hasen und Häschen in Harry-Potter-Umhängen.

Kinderquälerei

Das nächste Ziel war Milanos Lieblingsspot der Stadt. Der im „Bairro Alto“ gelegene „Miradouro de São Pedro de Alcântara“ war auch bisher wirklich ein Muss in Lissabon. Doch nicht nur, dass ich den Krückenmann zu Fuß hochscheuchte, anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppe zu nehmen (Sklaventreiber!). Auch hatte der Platz viel Charme eingebüßt. An der Brüstung war jetzt so ein zwei Meter hoher grüner Zaun (Stabmatten nennt man die Teile glaube ich), der das Panorama merklich trübte. Wahrscheinlich war da irgendwann ein besoffener Tourist runtergefallen, so dass die Stadt reagieren musste.

Archivfoto aus besseren Tagen

Auch gab es den Dönerladen nicht mehr, der 2016 noch Super Bock to go für einen Euro an die Tagestouristen und das nächtliche Feiervolk ausschenkte. Dementsprechend mussten wir mit dem sauteuren Gastropavillon auf dem Platz vorliebnehmen. Großes Bier 5€, Porto Tonico 5€ und Mojito 8€. Aber egal, der Durst musste gelöscht werden.

Drinks am Miradouro de São Pedro de Alcântara

Nach zwei Runden schmiedeten wir den Plan mit einem großen Tuk Tuk zum „Torre de Belém“ rauszufahren. Belém lag eh auf dem Weg nach Estoril und den Spot konnten wir Fat Lo und Ole nicht vorenthalten (ist schließlich Weltkulturerbe). Mit der Fahrerin handelten wir 30€ Fahrpreis und einen Zwischenstopp zum Bierkauf aus. Für letzteres opferten sich dann El Glatto und Ole. „Ey Glatto, lass mal Liter-Pullen kaufen“ „Ja, dann halten die anderen uns für Götter!“

Tuk Tuk Zecher

Wir haben sie dafür wirklich vergöttert, während die Fahrerin auch kaum das Grinsen aus dem Gesicht bekam. Diese Deutschen und ihr Bierkonsum mal wieder… Wir hatten zu siebt die rund 8.000 Meter bis zum „Torre de Belém“ viel Spaß und ein Abschiedsfoto war für alle Beteiligten ein Muss.

Miss Tuk Tuk und Literpullen-Lümmel

Am Torre in der Abendsonne zu hocken, hatte natürlich was. Zumal ein mobiler Getränkestand genau sechs Klappstühle am Ufer stehen hatte. Da noch ’ne Flasche Vino Verde für 17€ geordert und oberkörperfrei auf den Stühlen breit gemacht. Das war nicht übel als Intermezzo vor’m Fußball, sowie als symbolischer Abschied von Europa. Gegenüber von uns grüßte die eine Christusstatue und am anderen Ende des neben uns beginnenden Atlantischen Ozeans, sollte uns am morgigen Tag die nächste Christusstatue erwarten.

Ein Abend am Tejo

Komischerweise blieb die übliche Rebellion gegen den obligatorischen Spielbesuch aus (normal wird gegen Fußballspiele der Güteklasse B immer opponiert, wenn der Alkohol schon wieder schmeckt), so dass ich mir um 19 Uhr Gedanken machen musste wie man zum Stadion von GD Estoril kommt. Bahnfahrt für 2,50€ pro Person wäre natürlich günstig gewesen. Aber weil die Gruppe heute so gut mitgezogen hatte, erlaubte ich zwei Taxis als Transportmittel. Ungefähr 25€ sagten die beiden auf Gäste wartenden Taxler nahe des Torre. Das ging klar für 20km und ersparte uns außerdem noch die Weiterfahrt oder den Marsch vom Bahnhof zum Stadion in Estoril.

Wein & Weltkulturerbe

Am Ende standen wirklich nur 23,30€ auf der Uhr, doch dafür war das nächste Handy weg. Wir dachten Languste will sich auf Oles Kosten amüsieren, weil der vor zwei Tagen ja sein Handy bereits in Luxemburg (im Rahmen einer Taxifahrt) verloren hatte. Aber nein, es war wirklich weg und das Taxi ebenso. Eine Telefonnummer vom Taxi hatten wir diesmal natürlich nicht, so dass wir eigentlich nichts unternehmen konnten. Dass nun binnen 48 Stunden der zweite Mitreisende bei Facebook ein „Vorübergehend nicht über Handy erreichbar“ absetzte, hatte schon eine gewisse Tragikomik. Nichtmal aus Europa raus und schon zwei von sechs Smartphones weg. Bleibt nicht mehr viel übrig für die brasilianischen Banditen.

Willkommen bei GD Estoril Praia

Auch hier galt nun „Lebbe geht weider“ und die andere Taxibesatzung hatte bereits illegalerweise eine VIP-Loge besetzt, konnte sich aber bis zu unserem Eintreffen nicht gegen eine Übermacht Ordner behaupten. Also saßen wir letztendlich doch alle auf den billigen Plätzen der Haupttribüne, für die 5€ zu löhnen waren.

Estádio António Coimbra da Mota

Wir sahen nun bei nach Einbruch der Dunkelheit merklich abgekühlter Lufttemperatur das Ligapokal-Gruppenspiel des Zweitligisten aus Estoril gegen den Erstligisten CD Feirense. Bei diesem dritten großen Fußballwettbewerb nach Primeira Liga und Verbandspokal (Taça de Portugal) wirken alle 32 Teams der 1. und 2.Liga mit. Nach zwei K.O.-Runden zu Beginn des Wettbewerbs befanden wir uns nun in der 3.Turnierphase, in der die 12 verbliebenen Clubs aus den ersten beiden Runden zusammen mit den bisher geschonten Top 4 aus der Vorsaison (Primeira Liga) in vier Gruppen à vier Mannschaften um den Einzug in das Halbfinale wetteifern.

Die Haupttribüne

Anders als z.B. in Frankreich oder England gibt es jedoch für den Turniersieger keinen Europapokalplatz als Belohnung. Man muss sich mit einer großen Trophäe für die Sammlung und natürlich finanziellen Anreizen begnügen. Weil der Wettbewerb auch erst in seine 11.Saison gegangen ist, fehlt es ebenso an Tradition und somit holte das Spiel gerade mal 817 zahlende Zuschauer vor dem Ofen hervor. Aber gut, der Gegner war auch absolut kein Publikumsmagnet. Sichtbare Gästefans aus dem 300km entfernten Santa Maria de Feira: Fehlanzeige.

Der Ball rollt

Dafür begann das Spiel recht flott und der unterklassige Gastgeber spielte munter nach vorne. So munter, dass ein Angriff in der 9.Minute vom Torwart mit der Notbremse gestoppt wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Brasilianer Kléber und die kleine Estoriler Fanschar durfte jubeln.

Hot Dog mit Kartoffelsticks als Topping

Zwölf Minuten hielt diese Führung, doch dann köpfte Philipe Sampaio nach einem Eckstoss von Tiago Silva platziert ins Toreck. Als auch noch in der 45.Minute eine Hereingabe von Tiago Gomes (übrigens ein A-Länderspiel für Portugal) an fünf Verteidigern vorbeirauschte und der Mexikaner Briseno zum 1:2 am langen Pfosten einschieben durfte, gingen die Hausherren mit einem wesentlich schlechteren Blatt auf der Hand in die Pause.

Ordnung muss sein

Der in Portugal alkoholfreie Bierstandard im Profifußball und die steife Brise vom Atlantik trieben uns nun ebenso Richtung Funktionsgebäude des 8.000-Plätze-Stadions und der Rest des Spiels wurde aus der Clubgaststätte bei Vollbier verfolgt. Tore gab es leider keine mehr zu sehen, wenn auch GD Estoril in der 65., 69. und 87.Minute nochmal am Ausgleich schnupperte.

Wir haben schon wieder Super Bock

Nach Abpfiff ging es zu Fuß zum Bahnhof und bergab waren jene 1.896 Meter erträglich. Mit Proviant stiegen wir in den nächstbesten Zug. Da die Zeit nicht mehr für den Fahrkartenkauf gereicht hatte, erfanden wir in Lissabon am Bahnhofsausgang die unrealistische Geschichte, dass wir alle unsere Tickets im Zug haben liegen lassen. Aufgrund von Mitleid oder Unlust kurz vor Feierabend mit dämlichen Touris zu diskutieren, ließ uns ein Bahnmitarbeiter durch das Drehkreuz passieren.

Partyviertel am Cais do Sodre

Jetzt war die Bahn frei, um El Glattos Geburtstag würdig zu zelebrieren. Denn Schlag Mitternacht sollte sich seine Entbindung wieder einmal jähren. Wir gingen nach einem kleinen Snack am Bahnhof „Cais do Sodre“ zur so genannten Puffbar „Pensão Amor“. Das war früher mal ein Freudenhaus in Hafennähe, ist jetzt aber eine rein gastronomische Bar, die mit Bordell-Chic die Touris, besonders die Hipster, in Scharen anlockt.

Gemütlicher Puff

Wir fanden im gut gefüllten Laden unser kleines Separee und stießen mit Glatto auf seinen Ehrentag und all die gemeinsamen Abenteuer der Vergangenheit und Zukunft an. Übrigens auch gut, dass Glatto schon mal mit seiner Freundin in der „Pensão Amor“ war. So können keine Irrationen aufkommen, wenn auf die Frage „Und Schatz, wo habt ihr in deinen Geburtstag reingefeiert?“ mit „Ach, wir waren in der Puffbar…“ geantwortet wird.

Der Endgegner

Danach zogen wir noch ein wenig weiter, bzw. zechten uns zur Unterkunft vor. Dort wurde am Ende der Rest Rotwein attackiert und wohl schon viel früher den Plan verworfen, dass wir ja eigentlich alle fit für den Interkontinentalflug in wenigen Stunden sein wollten.

Katerfrühstück

Am nächsten Morgen verließen wir gegen 10 Uhr etwas gerädert die Wohnung und wenig überraschend hatten wir nach 40 Stunden Lissabon teilweise schon die Zeitkarten für die Metro verloren. Ein bisschen überraschender war, dass am Flughafen eine Person ihr gerade erworbenes neues Ticket auch bereits wieder verloren hatte. Also zu zweit auf einem Ticket durch die Kontrollbarriere. Schon zwei Handys weg und auch sonst alle recht verpeilt unterwegs. Es könnte echt noch witzig werden in Südamerika…

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