Harzer Wandernadel 2024

Nr. 146 / HWN 153 (08.06.2024)

Goedeckenplatz

Mein Harzer Wanderjahr 2024 startete dank vieler anderer toller Touren erst am 8. Juni. Gegen 10:30 Uhr marschierte ich von St. Andreasberg gen Herzberg los, um auf diesem Wege zwei noch fehlende Stempelstellen im Südharz abzuhaken. Über Bergwiesen ging’s zunächst vom Andreasberger Glockenberg (627 m ü. NN) hinunter zum Ortsteil Silberhütte (440 m). Es folgte ein knackiger Anstieg zum Nesseltalskopf (585 m), danach ging es bei moderater Steigung weiter zur Wegkreuzung Goedeckenplatz. Nach 5,3 km kam dort der erste Stempel des Jahres in mein Sammelbuch.

Ausblick vom Goedeckenplatz gen St. Andreasberg

Nr. 147 / HWN 150 (08.06.2024)

Großer Knollen

Weitere 5,2 km trennten mich vom Gipfel des Großen Knollen (687 m ü. NN), den ich nach fast genau drei Stunden (inkl. 15 m Pause) erreichte. Dort gibt es neben einem Stempelkasten auch einen Aussichtsturm und eine bewirtschaftete Baude. Aufgrund des nahenden Anstoßes eines Fußballspiels, rastete ich jedoch nur kurz. Die fehlenden 9 km nach Herzberg wurden nun in rund zwei Stunden gemeistert, so dass ich pünktlich um 15 Uhr am dortigen Stadion eine 19,4 km lange Wanderung (mit 430 Höhenmetern) beenden konnte (reine Wanderzeit der Tour: 5:06 h).

Der Aussichtsturm auf dem Großen Knollen

Nr. 148 / HWN 157 (22.06.2024)

Kapellenfleck

Harztour Nr. 2 des Jahres 2024 startete am 22. Juni um 8:00 Uhr am ZOB Braunlage. Es sollte von dort via Wieda nach Zorge gehen, um immerhin fünf Stempel binnen fünf Stunden einzuheimsen. Erstes Etappenziel war der 4,3 km von meinem Startpunkt entfernte Kapellenfleck am Kaiserweg. Vor vielen Jahrhunderten stand hier eine kleine Kapelle, welche der Graf von Scharzfeld im Jahr 1297 dem Kloster Walkenried gestiftet hatte. Vor wenigen Jahren standen hier außerdem noch unzählige Bäume. Jetzt ist es dank Klimawandel und Borkenkäfer leider ein ziemlich trostloser Fleck im Harz.

Der Stempelkasten am Kapellenfleck

Nr. 149 / HWN 163 (22.06.2024)

Gipfelblick am Kaiserweg

Ich folgte dem Kaiserweg weitere 5 km, um schließlich nach exakt zwei Stunden Wanderzeit den zweiten Stempel des Tages zu ergattern. Den gab am so genannten Gipfelblick, wo man auf 610 m ü. NN ein schönes Oberharzpanorama mit dem Wurmberg und dem Brocken geboten bekommt. Weil ich gut in der Zeit war, gönnte ich mir auf den dortigen Bänken außerdem eine erste kleine Pause.

Der Gipfelblick am Kaiserweg

Nr. 150 / HWN 162 (22.06.2024)

Kreuztalsklippe

Zum dritten Etappenziel des Tages ging es ab dem Gipfelblick gut 4,5 km fast nur bergab. Denn ich wollte den Stempel an der Kreuztalsklippe nicht einsam übrig lassen und machte deshalb auf dem Weg nach Zorge noch einen lohnenden Umweg über Wieda. Neben dem Stempel schenkte mir diese Klippe einen wunderschönen Ausblick auf den Ort im Tal und die umliegenden und vor allem noch schön bewaldeten Berge. Denn während die Fichtenmonokulturen des Harzes gerade den Widrigkeiten unserer Zeit zum Opfer fallen, existiert hier resilienter Mischwald.

Blick auf Wieda von der Kreuztalsklippe

Nr. 151 / HWN 160 (22.06.2024)

Helenenruh Zorge

Von der Kreuztalsklippe ging es erstmal wieder den gleichen Weg zurück und damit logischerweise zunächst ordentlich bergauf. Allerdings musste ich nicht ganz bis zum Gipfelblick zurück, sondern zweigte auf meinem heutigen Wanderkilometer 17,5 vom Kaiserweg nach Zorge ab. Keine 200 m später befand sich an einer Rastgelegenheit namens Helenenruh ein weiterer Stempelkasten der Harzer Wandernadel. Ich verspeiste hier auf 510 m ü. NN meinen letzten Proviant, ehe es nach kurzer Pause hinunter zum nur noch 2,7 km entfernten Zielort Zorge ging.

Rastgelegenheit Helenenruh bei Zorge

Nr. 152 / HWN 058 (22.06.2024)

Pferdchen

Beim Abstieg nach Zorge wurde auf meinem heutigen Kilometer 19,4 noch ein fünfter und letzter Stempel erwandert. Das Pferdchen ist ein schöner Pavillon, der gut 100 Höhenmeter oberhalb von Zorge liegt und einen tollen Ausblick bietet. Nachdem dieser ausreichend genossen war, ging es einen anspruchsvollen Trail mit größtenteils 20 % Gefälle hinab in den Kurpark des Luftkurortes. Dort endete meine Aufzeichnung nach 20,4 Kilometern (inkl. 440 Höhenmetern), für die ich 4:53 h benötigt hatte (exklusive in Summe ca. 30 min Verschnauf- und Trinkpausen).

Ausblick vom Pferdchen

Nr. 153 / HWN 014 (29.06.2024)

Schnarcherklippen

Am 29. Juni fuhr ich mit Bus & Bahn nach Schierke, um dort gegen 9 Uhr eine schöne Stempeltour zu starten. Zunächst ging es via Mäuseklippe zu den ca. 1,5 km vom Ortskern entfernten Schnarcherklippen. Eine zweitürmige Granitfelsformation, deren markante Gestalt durch die für die Region typische Wollsackverwitterung geformt wurde. Während die 25 m hohe Südwestklippe etwas Klettertalent erfordert, kann die 28 m hohe Nordostklippe über Eisenleitern bestiegen werden. Oben bot sich mir ein schönes Panorama mit dem u. a. dem Brocken und dem Erdbeerkopf.

Die Schnarcherklippen

Nr. 154 / HWN 020 (29.06.2024)

Barenberg

Nachdem an den Schnarcherklippen der erste Stempel des Tages eingesackt war, ging auf den 696 m ü. NN hohen Barenberg zwischen Schierke und Elend. Leider ist der dortige Weg zur Zeit durch Sturmschäden kaum begehbar. Über unzählige liegende Baumstämme kämpfte ich mich mühsam zur nächsten Stempelstelle durch. Erst nach 30 min erreichte ich die gerade mal 0,96 km von den Schnarcherklippen entfernte Aussichtskanzel auf dem Barenberg. Außer einem Stempelkasten, erwartete mich dort auch ein schöner Ausblick über das Elendstal.

Blick über das Elendstal von der Aussichtskanzel auf dem Barenberg

Nr. 155 / HWN 021 (29.06.2024)

Helenenruh Elend

Nach Tagesstempel Nr. 2 stieg ich steil hinab nach Elend (bis zu 20 % Gefälle), wo mich zunächst ein Sonderstempel an der kleinsten Holzkirche Deutschlands erwartete. Außerdem überquerte ich die durch das Elendstal fließende Kalte Bode, um auf der anderen Seite des Tals wieder gen Schierke zu wandern. Auf halber Strecke zwischen den Ortschaften erwartete mich auf meinem heutigen Wanderkilometer 5,2 schließlich die Stempelstelle Helenenruh. Auch ein schöner Aussichtspunkt, der sich quasi gegenüber von der vorherigen Stempelstelle befindet.

Brockenblick von der Helenenruh bei Elend

Nr. 156 / HWN 015 (29.06.2024)

Leistenklippe

Wenig später ließ ich Schierke links liegen und marschierte auf dem so genannten Ackerweg nach Norden. Am Fuße des Erdbeerkopfs zweigte dann ein beschwerlicher Stieg durch’s Hochmoor zur Leistenklippe ab. Auf meinem heutigen Kilometer 10,1 erreichte ich diese Felsformation in exponierter Lage (901 m ü. NN), die sich mittels Eisenleitern gut erklimmen lässt. Für die Mühen entschädigten wirklich fantastische Ausblicke in alle vier Himmelsrichtungen. Da ich auf den letzten 5.000 Metern auch über 400 Höhenmeter gemeistert hatte, genoss ich die Panoramen nun besonders lange.

Blick von der Leistenklippe zur Grenzklippe (im Hintergrund der Brocken)

Nr. 157 / HWN 017 (29.06.2024)

Trudenstein

Nach meiner langen Pause auf der Leistenklippe (ca. 30 min) ging es wieder bergab, um am Trudenstein auf meinem heutigen Kilometer 11,6 den bereits fünften Stempel des Tages zu ergattern. Auch diese auf 736 m ü. NN befindliche Klippe konnte ich nicht unbestiegen lassen. Es boten sich nette Ausblicke nach Schierke, Elend und gen Unterharz. Aber die Panoramen von den Schnarcherklippen und vor allem von der Leistenklippe, konnten hier nicht getoppt werden. Mein Tipp: Andere Reihenfolge als ich wandern.

Auch den Trudenstein konnte ich natürlich nicht unerklommen lassen

Nr. 158 / HWN 174 (29.06.2024)

Hohnehof

Als ich vom Trudenstein wieder hinabstieg, war es bereits 14:20 Uhr und in 44 min sollte 3,1 km entfernt mein angedachter Bus abfahren. Ich musste mich also sputen und die letzte Stempelstelle Hohnehof wurde nur kurz frequentiert. Nichtsdestotrotz verpasste ich den Bus um 15:04 Uhr ganz knapp und konnte erst 16:04 Uhr von Drei Annen Hohne via Wernigerode und Goslar heimreisen. Bei einer ungewollten einstündigen Vesper konstatierte ich eine 14,7 Kilometer lange Tour mit 530 Höhenmetern, die ich exklusive Pausen in 4:37 h gemeistert hatte.

Das Hauptgebäude des Hohnehofs

Nr. 159 / HWN 201 (06.07.2024)

Konradsburg

Am 6. Juli ging es per ÖPNV nach Meisdorf, wo ich um 9:15 Uhr eine große Ostharztour startete. Erstes Ziel war die 4,8 km entfernte Konradsburg, die ich um 10:10 Uhr abstempelte. Die erstmals 1021 erwähnte Burg wurde bereits 1133 in ein Benediktinerkloster umgewandelt, wovon u. a. noch die romanische Krypta zeugt. Von 1712 bis 1945 wurde die Anlage schließlich als landwirtschaftliche Domäne genutzt. Nach 1945 war die Konradsburg zunächst dem Verfall preisgegeben, doch seit der Wende fließen öffentliche Gelder zur Restauration und Denkmalpflege.

Krypta der ehemaligen Konradsburger Klosterkirche

Nr. 160 / HWN 086 (06.07.2024)

Bisongehege

Von der Konradsburg ging es über die kleinen Dörfer Neuplatendorf und Wieserode zum Bisongehege am Ortsrand von Stangerode. Auf meinem heutigen Tourkilometer 13,12 erwartete mich dort gegen 12:30 Uhr nicht nur der zweite Stempelkasten des Tages, sondern auch Deutschlands größte Bisonherde. Der 300 ha umfassende Wildpark Stangerode beheimatet mit einer Wisentherde außerdem auch die europäischen Verwandten der nordamerikanischen Bisons, sowie diverse Rinderrassen wie Highländer, Galloway oder Steppenrind.

Nordamerikanische Wildrinder im Ostharz

Nr. 161 / HWN 205 (06.07.2024)

Rastplatz unterhalb des Clusberges

Bei den Bisons hielt ich mich gerne etwas länger auf, ehe ich um 13 Uhr die Wanderung zum 3 km entfernten Clusberg fortsetzte. Der liegt in einem gleichnamigen Naturschutzgebiet, welches eine hohe Artenvielfalt an Pflanzen, Insekten und Vögeln aufweisen soll. Weil der hiesige Stempelkasten sich an einem Rastplatz befindet, nahm ich dessen Sitzgelegenheiten gerne für eine Vesper wahr.

Bergwiese am Clusberg

Nr. 162 / HWN 202 (06.07.2024)

Landschaftspark Degenershausen

Während die heutige Route zunächst fast ausschließlich an Wiesen und Feldern vorbeiführte, ging es auf Tourkilometer 18,3 endlich in den Wald. Drei weitere Kilometer trennten mich jetzt noch von der Stempelstelle im Landschaftspark Degenershausen. Jener Park wurde 1834 vom Amtsrat Johann Christian Degener als Hochzeitgeschenk für seine Tochter gestiftet. Neben dem Namen, erinnert auch ein Obelisk an den Stifter. Ferner beheimatet das zwölf Hektar große Areal heute mehr als 175 Baum- und Gehölzarten aus aller Welt.

Obelisk zu Ehren des Parkstifters Johann Christian Degener

Nr. 163 / HWN 200 (06.07.2024)

Burg Falkenstein

Auf den kommenden 3,5 km zur Burg Falkenstein wurde leider Regen mein Begleiter. Da ich gut in der Zeit war, suchte ich nach dem Abstempeln gerne noch für 6,50 € Zuflucht in der Burg. Wirklich tolle mittelalterliche Burganlage, für deren nähere Beschreibung der Platz hier leider nicht ausreicht. Nach einer interessanten Stunde im Burgmuseum, begann um 16:45 Uhr mein Endspurt. Exakt eine Stunde später sollte im 4 km entfernten Meisdorf mein anvisierter Bus fahren und diesmal klappte ein Photo Finish. Am Ende waren es 30,1 km und 460 Hm in 6:42 h reiner Wanderzeit.

Die gut erhaltene Burg Falkenstein (12. Jahrhundert) ist unbedingt einen Besuch wert

Nr. 164 / HWN 129 (31.10.2024)

Hütte im WeltWald Harz

Ein niedersächsischer Feiertag verleitete am 31. Oktober zu einer kleinen Herbstwanderung im Harz. Ich startete meine Tour um 10:30 Uhr im Stadtkern von Bad Grund und nach gut 1,5 km erreichte ich den westlichen Anfang des WeltWalds. Dabei handelt es sich um ein rund 65 ha großes Arboretum mit über 600 Baum- und Straucharten aus Nordamerika, Asien und Europa, welches welches über rund 12 km Wegenetz verfügt. Auf meinem Wanderkilometer 5,6 sackte ich mitten im WeltWald den entsprechenden Stempel ein und danach ging’s weiter zum nahen Hübichenstein.

Herbst im WeltWald

Nr. 165 / HWN 130 (31.10.2024)

Iberger Albertturm

Nachdem der Hübichenstein (448 m ü. NN) erklommen war, ging es auf den Gipfel des nahen Ibergs (562,6 m ü. NN). Dort erwartete mich auf meinem Wanderkilometer 8,55 der zweite und letzte Stempel des Tages. Der Stempelkasten befindet sich am 34,6 m hohen Iberger Albertturm, respektive nebenan an der gleichnamigen Baude. Via Iberger Tropfsteinhöhle ging es anschließend wieder hinab nach Bad Grund und dort zum Fußball. Am Sportplatz beendete eine 10,45 Kilometer lange Tour mit 370 Höhenmetern (Gesamtzeit 3:29 h, davon 3:06 h in Bewegung).

Der Albertturm auf dem Gipfel des Ibergs

31.12.2024

Jahresbilanz 2024

Weil ich bereits ahnte, dass ich auch 2024 relativ wenig Freizeit im Harz verbringen werde, hatte ich lediglich gehofft, dass meine Bilanz 2024 nicht noch bescheidener als 2023 ausfällt. Die 25 Stempel des Vorjahres wurden mit nur 20 neuen Stempeln leider deutlich unterboten. Aber mit ziemlich exakt 95 Wanderkilometern, waren es 2024 immerhin nur rund drei Kilometer weniger als 2023. 2025 wird wahrscheinlich ähnlich mager, aber ich bin wenigstens guter Dinge, dass ich noch in diesem Jahrzehnt Harzer Wanderkaiser werde.

Der Hübichenstein bei Bad Grund im Herbst